Warum ich eine Datenbank über Bauträger führe
Belegbare Angaben zu Bauträgern und Projekten im Ausland, jede mit Quelle und Datum. Ohne Bewertung, und aus drei Gründen auch ohne Ampel.
Belegbare Angaben zu Bauträgern und Projekten im Ausland, jede mit Quelle und Datum. Ohne Bewertung, und aus drei Gründen auch ohne Ampel.
Wer zu Hause ein Haus kauft, kennt die Gegenseite ungefähr. Man kann jemanden fragen, man kennt die Namen, man weiß, welches Register man aufmacht. Im Ausland fällt das alles weg. Die Sprache ist fremd, die Register sind fremd, und die einzige Quelle, die man zuverlässig bekommt, ist die Verkaufsunterlage des Verkäufers.
Deshalb führe ich seit einiger Zeit eine Datenbank über Bauträger und ihre Projekte und stelle sie jetzt öffentlich. Sie beantwortet genau eine Frage: Was lässt sich über dieses Unternehmen und dieses Projekt belegen, ohne die Unterlagen des Verkäufers zu benutzen.
Registerangaben mit Datum. Eintragungsjahr, Stammkapital, Geschäftsführung, Gesellschafter, soweit öffentlich. Zugeordnete Projekte mit Ort und dem, was zum Genehmigungsstand auffindbar war. Veröffentlichungen von Behörden und Gemeinden. Presseberichte, wenn sie eine prüfbare Tatsache enthalten und nicht nur eine Meinung.
Zu jeder einzelnen Angabe steht die Quelle und das Datum, an dem ich sie abgerufen habe. Ohne Quelle kein Eintrag. Das ist keine Formalie, sondern die ganze Idee: Sie sollen jede Zeile selbst nachprüfen können, ohne mir glauben zu müssen.
Handelsregister - Eingetragen seit 03/2021, Stammkapital 5.000 EUR
Quelle: nationales Handelsregister,
abgerufen am 04.09.2026
Offener Punkt - Ob für die einzelnen Einheiten eine Baugenehmigung beantragt wurde, liess sich nicht klären.
Keine Bewertung. Keine Ampel. Keine Empfehlung, keine Warnung, keine Adjektive. Sie werden in diesem Index nirgends lesen, dass ein Unternehmen seriös oder unseriös sei.
Das hat drei Gründe, und der schwächste ist der rechtliche.
Der erste: Ein Urteil über ein Unternehmen, das ich nicht geprüfte Unterlagen einsehen lassen kann, wäre nicht belegbar. Ich kann belegen, dass zu einem Projekt keine Baugenehmigung auffindbar ist. Ich kann nicht belegen, dass es keine gibt.
Der zweite: Eine Bewertung wäre nur dann vollständig, wenn das bewertete Unternehmen mitarbeitet. Sobald es dafür zahlt, ist die Bewertung wertlos. Genau daran sind die Ratingagenturen 2008 gescheitert, und mein ganzes Geschäft steht darauf, dass mich nie die Seite bezahlt, über die geurteilt wird.
Der dritte, und praktisch der wichtigste: Für eine Entscheidung ist die Lücke nützlicher als die Note. Wenn zu einem Projekt keine Baugenehmigung auffindbar ist, kein Treuhandkonto benannt wird und kein fertiggestelltes Gebäude des Unternehmens mit Adresse existiert, dann brauchen Sie von mir keine Farbe dazu. Sie wissen, was Sie fragen müssen.
Ein offener Punkt heißt, dass die öffentliche Datenlage etwas nicht hergibt. Das kann daran liegen, dass ein Land sein Register schlecht führt. Es kann daran liegen, dass ein Vorgang läuft und noch nicht veröffentlicht ist. Und es kann daran liegen, dass etwas nicht existiert. Diese drei Fälle sehen von aussen gleich aus, und ich behaupte nicht, sie unterscheiden zu können.
Deswegen steht dort offen und nicht fehlt.
Wenn ein Unternehmen eine Angabe für unrichtig oder unvollständig hält, schickt es den Beleg an office@benjaminfercher.at. Belegte Korrekturen nehme ich auf und kennzeichne sie mit Datum. Das gilt genauso für offene Punkte: Wer nachweist, dass die Baugenehmigung vorliegt, bekommt sie eingetragen. Das ist keine Freundlichkeit, das ist der einzige Weg, wie so eine Sammlung über Jahre richtig bleibt.
Suchen Sie den Namen Ihres Bauträgers oder Ihres Projekts. Steht er drin, lesen Sie zuerst die offenen Punkte und nehmen sie als Fragenliste an den Verkäufer mit. Steht er nicht drin, sagt das nichts über ihn, sondern nur über den Stand meiner Sammlung.
Und in beiden Fällen gilt: Der Index ersetzt keine Prüfung Ihres Objekts. Er sagt etwas über die Gegenseite, nicht über das Gebäude, das Sie kaufen, und nicht über Ihren Vertrag. Diese Ebene sehe ich mir an, wenn Sie mir die Unterlagen schicken, und bezahlt werde ich dabei ausschließlich von Ihnen.