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Bauweise Mexiko

So wird in Mexiko gebaut

Mauerwerk zwischen Betonrippen - castillos und dalas. Das ist die mexikanische Antwort auf Erdbeben, und sie funktioniert, wenn die Rippen stehen, bevor jemand sie weglässt.

Tragwerk
eingefasstes Mauerwerk
Wand
Block oder Ziegel 140, verputzt
Dach
Betonflachdach
Klimafall
Hochland trocken, Küste feucht, Erdbeben

Der Wandaufbau im Schnitt

Waagrecht ist die Wanddicke, und die ist maßstäblich - die Maßkette unter jedem Schnitt nennt jede Schicht in Millimetern. Senkrecht ist nur ein Ausschnitt der Wandlänge, dort wird nichts gemessen. Die Dicken sind der Regelfall, nicht das Gesetz: am konkreten Objekt zählt, was in der Baubeschreibung steht. Die Zahlen in Korall sind die Stellen, an denen es erfahrungsgemäß schiefgeht.

Zwei Schnitte, weil es im Skelettbau zwei Wände gibt, die gleich aussehen und sich völlig unterschiedlich verhalten. Links die Regel: Ausfachung zwischen den Stützen. Rechts dieselbe Wand dort, wo eine Stütze oder ein Ringbalken steht. Die Wandstärke ändert sich dabei nicht - Putz und Dämmung laufen durch, nur in der tragenden Ebene steht Beton statt Ziegel. Genau deshalb sieht man den Unterschied an der fertigen Fassade nicht, und genau deshalb liegen die Schäden fast immer auf dieser Linie.

RegelquerschnittAUSSENINNEN1232014020180 mmIm Stützenbereich (Stütze 200 mm breit)AUSSENINNEN4562025020290 mm24AM BAUWERK1Das Flachdach als Zisterne3Aufsteigende Feuchte ohne Sperre
Regelquerschnitt
  1. 1Zementputz 20 mm
  2. 2Block oder Ziegel 140 mm
  3. 3Zementputz 20 mm
gesamt 180 mm
Im Stützenbereich
  1. 4Zementputz 20 mm
  2. 5Stahlbeton, steht innen vor 250 mm
  3. 6Zementputz 20 mm
gesamt 290 mm

Regelaufbau nach Norm oder Behördendetail. Block 140 mit Zementputz 20 beidseitig, Castillo 20x20 nach Ausführungsplan der Gemeinde Zapopan; NTC-Mampostería-Mindestwerte nicht verifiziert. Bauweise-Familie: Mauerwerk zwischen Stahlbetonrippen, Lateinamerika.

Wo es schiefgeht

1

Das Flachdach als Zisterne

Betonflachdächer mit Wassertank obenauf und Gefälle nach Gefühl. Im Regen steht Wasser, im Erdbeben schwingt der Tank.

Woran man es sieht. Pfützen, Risse am Tankfundament, Flecken an der Decke.
2

Die Rippe, die das Mauerwerk einfasst

Beim eingefassten Mauerwerk wird zuerst gemauert, dann werden Rippen und Ringbalken um das Mauerwerk herum betoniert. Das trägt, wenn Rippe und Mauerwerk verzahnt sind. Sind sie es nicht, steht die Wand bei Erdbeben frei - und die Rippe allein ist kein Rahmen.

Woran man es sieht. Fehlende Verzahnung sieht man nur im Rohbau. Am fertigen Haus: durchgehender senkrechter Riss zwischen Rippe und Mauerwerk.
3

Aufsteigende Feuchte ohne Sperre

Eine Horizontalsperre im Sockel ist nicht Standard. Das Mauerwerk saugt Wasser aus dem Boden, und der Zementputz hält es in der Wand, statt es zu lassen.

Woran man es sieht. Abplatzender Putz in den unteren 50 bis 80 Zentimetern, Salzränder, feuchte Sockelzone auch im Trockenen.
4

Die dünne Wand und der Schall

Fünfzehn Zentimeter Hohlziegel mit Putz sind eine Außenwand, aber keine Trennwand. Zwischen Wohnungen wird oft dasselbe gemauert. Das ist kein statischer Mangel und steht in keinem Abnahmeprotokoll - es entscheidet aber, ob die Wohnung vermietbar ist.

Woran man es sieht. Klopfprobe an der Trennwand. Hohl und leicht heißt: Nachbar hörbar.

Von der Baustelle

Die Dala wird mit der Decke betoniert, aber der Castillo endet darunter. Dann hält die Ecke nicht.
Beton wird auf der Baustelle gemischt, oft ohne Rezept. Die Festigkeit schwankt von Charge zu Charge.
Bewehrung liegt ohne Abstandhalter auf der Schalung. Betondeckung ist dann Glückssache.

Das ist die Regel. Dein Objekt ist der Einzelfall.

Was hier steht, gilt für die Bauweise, nicht für ein bestimmtes Haus. Ob dein Objekt diese Schwächen hat, zeigen Fotos, Pläne und die Baubeschreibung. Die Rechtslage in Mexiko - Eigentum, Register, Anzahlung - steht im Länderkompass Mexiko.

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