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Bauweise Sri Lanka

So wird in Sri Lanka gebaut

Betonskelett mit Zementblock oder gebranntem Ziegel, verputzt, Flachdach oder Ziegel. Küstennähe heißt Salz, Monsun heißt Wasser von oben und unten.

Tragwerk
Stahlbetonskelett
Wand
Block oder Ziegel 150 bis 225
Dach
Ziegel oder Flachdach
Klimafall
zwei Monsune, Küste salzig

Der Wandaufbau im Schnitt

Waagrecht ist die Wanddicke, und die ist maßstäblich - die Maßkette unter jedem Schnitt nennt jede Schicht in Millimetern. Senkrecht ist nur ein Ausschnitt der Wandlänge, dort wird nichts gemessen. Die Dicken sind der Regelfall, nicht das Gesetz: am konkreten Objekt zählt, was in der Baubeschreibung steht. Die Zahlen in Korall sind die Stellen, an denen es erfahrungsgemäß schiefgeht.

Zwei Schnitte, weil es im Skelettbau zwei Wände gibt, die gleich aussehen und sich völlig unterschiedlich verhalten. Links die Regel: Ausfachung zwischen den Stützen. Rechts dieselbe Wand dort, wo eine Stütze oder ein Ringbalken steht. Die Wandstärke ändert sich dabei nicht - Putz und Dämmung laufen durch, nur in der tragenden Ebene steht Beton statt Ziegel. Genau deshalb sieht man den Unterschied an der fertigen Fassade nicht, und genau deshalb liegen die Schäden fast immer auf dieser Linie.

RegelquerschnittAUSSENINNEN1231515015180 mmIm Stützenbereich (Stütze 250 mm breit)AUSSENINNEN4561525015280 mm2AM BAUWERK1Der Monsun von unten3Die Klimaanlage4Salz und Bewehrung
Regelquerschnitt
  1. 1Zementputz 15 mm
  2. 2Betonhohlblock 150 mm
  3. 3Zementputz innen 15 mm
gesamt 180 mm
Im Stützenbereich
  1. 4Zementputz 15 mm
  2. 5Stahlbeton, steht innen vor 250 mm
  3. 6Zementputz innen 15 mm
gesamt 280 mm

Regelfall-Annahme aus Baupraxis, nicht belegt. Regelfall-Annahme, keine Norm- oder Herstellerquelle gefunden. Bauweise-Familie: Stahlbetonskelett mit Block- oder Ziegelausfachung, tropisch feucht.

Wo es schiefgeht

1

Der Monsun von unten

In der Regenzeit steht das Grundwasser hoch. Ohne Sperre im Sockel steigt es in der Wand auf, und der Zementputz hält es drin.

Woran man es sieht. Feuchte Sockelzone, abplatzender Putz bis Kniehöhe.
2

Die einschalige Wand im Schlagregen

Eine 15er Blockwand mit Putz hält Regen nur, solange der Putz dicht ist. Der erste Riss - und er kommt, an der Stütze, am Sturz, an der Decke - ist der Weg für Wasser. In Monsunlagen steht die Wand dann wochenlang nass.

Woran man es sieht. Feuchteflecken innen nach der Regenzeit, zuerst unter Fenstern und an Stützenkanten, Salzausblühungen außen.
3

Die Klimaanlage, die die Wand nass macht

Gekühlt wird auf 22 Grad, draußen sind es 32 bei 85 Prozent Luftfeuchte. Die warme, feuchte Luft kondensiert an jeder kalten Innenfläche - hinter Schränken, in Ecken, hinter dem Innengerät. Die Dampfrichtung ist die umgekehrte von Mitteleuropa: von außen nach innen.

Woran man es sieht. Schwarzer Schimmel hinter dem Innengerät und in der oberen Raumecke der Außenwand, Tropfwasser an der Leitungsdurchführung.
4

Salz und Bewehrung

An der Küste bringt der Wind Salz in den Beton. Die Bewehrung rostet, das Rostvolumen sprengt die Deckschicht. Betroffen sind zuerst Bauteile mit geringer Betondeckung: Balkonplatten, Brüstungen, Stützenkanten.

Woran man es sieht. Abplatzungen mit sichtbarem braunem Stahl, Rostfahnen an Untersichten.

Von der Baustelle

Die Bodenplatte wird ohne Folie betoniert. Feuchte von unten ist dann dauerhaft.
Blöcke werden oft hohl verlegt, ohne Füllung an Stürzen und Ecken. Was tragen soll, trägt dann nicht.
Die Dachentwässerung ist fast immer unterdimensioniert. Ein Starkregen zeigt, wo das Wasser wirklich hingeht.

Das ist die Regel. Dein Objekt ist der Einzelfall.

Was hier steht, gilt für die Bauweise, nicht für ein bestimmtes Haus. Ob dein Objekt diese Schwächen hat, zeigen Fotos, Pläne und die Baubeschreibung. Die Rechtslage in Sri Lanka - Eigentum, Register, Anzahlung - steht im Länderkompass Sri Lanka.

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