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Bauweise Argentinien

So wird in Argentinien gebaut

Hohlziegel mit Putz, tragend oder zwischen Betonrippen, und ein Markt, der in Dollar denkt und in Peso baut. Die Wand ist dünn, das Problem ist die Feuchte.

Tragwerk
Mauerwerk mit Betonrippen
Wand
Hohlziegel 180 oder 120, verputzt
Dach
Flachdach oder Blech
Klimafall
Pampa feucht, Anden trocken

Der Wandaufbau im Schnitt

Waagrecht ist die Wanddicke, und die ist maßstäblich - die Maßkette unter jedem Schnitt nennt jede Schicht in Millimetern. Senkrecht ist nur ein Ausschnitt der Wandlänge, dort wird nichts gemessen. Die Dicken sind der Regelfall, nicht das Gesetz: am konkreten Objekt zählt, was in der Baubeschreibung steht. Die Zahlen in Korall sind die Stellen, an denen es erfahrungsgemäß schiefgeht.

Zwei Schnitte, weil es im Skelettbau zwei Wände gibt, die gleich aussehen und sich völlig unterschiedlich verhalten. Links die Regel: Ausfachung zwischen den Stützen. Rechts dieselbe Wand dort, wo eine Stütze oder ein Ringbalken steht. Die Wandstärke ändert sich dabei nicht - Putz und Dämmung laufen durch, nur in der tragenden Ebene steht Beton statt Ziegel. Genau deshalb sieht man den Unterschied an der fertigen Fassade nicht, und genau deshalb liegen die Schäden fast immer auf dieser Linie.

RegelquerschnittAUSSENINNEN1232018015215 mmIm Stützenbereich (Stütze 200 mm breit)AUSSENINNEN4562025015285 mm24AM BAUWERK1Die Feuchte von unten3Aufsteigende Feuchte ohne Sperre
Regelquerschnitt
  1. 1Revoque grueso und fino 20 mm
  2. 2Hohlziegel 18 180 mm
  3. 3Revoque 15 mm
gesamt 215 mm
Im Stützenbereich
  1. 4Revoque grueso und fino 20 mm
  2. 5Stahlbeton, steht innen vor 250 mm
  3. 6Revoque 15 mm
gesamt 285 mm

Regelaufbau nach Fachliteratur. Ladrillo hueco portante 12 und 18 cm nach CIC-Forschungsbericht; Putzdicken Praxisannahme. Bauweise-Familie: Mauerwerk zwischen Stahlbetonrippen, Lateinamerika.

Wo es schiefgeht

1

Die Feuchte von unten

Die Horizontalsperre, die capa aisladora, ist Standard und wird trotzdem oft überbrückt. In der Pampa ist das Grundwasser hoch.

Woran man es sieht. Abplatzungen bis Kniehöhe, Salzränder, feuchter Putz im Trockenen.
2

Die Rippe, die das Mauerwerk einfasst

Beim eingefassten Mauerwerk wird zuerst gemauert, dann werden Rippen und Ringbalken um das Mauerwerk herum betoniert. Das trägt, wenn Rippe und Mauerwerk verzahnt sind. Sind sie es nicht, steht die Wand bei Erdbeben frei - und die Rippe allein ist kein Rahmen.

Woran man es sieht. Fehlende Verzahnung sieht man nur im Rohbau. Am fertigen Haus: durchgehender senkrechter Riss zwischen Rippe und Mauerwerk.
3

Aufsteigende Feuchte ohne Sperre

Eine Horizontalsperre im Sockel ist nicht Standard. Das Mauerwerk saugt Wasser aus dem Boden, und der Zementputz hält es in der Wand, statt es zu lassen.

Woran man es sieht. Abplatzender Putz in den unteren 50 bis 80 Zentimetern, Salzränder, feuchte Sockelzone auch im Trockenen.
4

Die dünne Wand und der Schall

Fünfzehn Zentimeter Hohlziegel mit Putz sind eine Außenwand, aber keine Trennwand. Zwischen Wohnungen wird oft dasselbe gemauert. Das ist kein statischer Mangel und steht in keinem Abnahmeprotokoll - es entscheidet aber, ob die Wohnung vermietbar ist.

Woran man es sieht. Klopfprobe an der Trennwand. Hohl und leicht heißt: Nachbar hörbar.

Von der Baustelle

Gebaut wird, wenn Geld da ist. Der Rohbau steht Jahre ohne Dach.
Beton wird auf der Baustelle gemischt, oft ohne Rezept. Die Festigkeit schwankt von Charge zu Charge.
Bewehrung liegt ohne Abstandhalter auf der Schalung. Betondeckung ist dann Glückssache.

Das ist die Regel. Dein Objekt ist der Einzelfall.

Was hier steht, gilt für die Bauweise, nicht für ein bestimmtes Haus. Ob dein Objekt diese Schwächen hat, zeigen Fotos, Pläne und die Baubeschreibung. Die Rechtslage in Argentinien - Eigentum, Register, Anzahlung - steht im Länderkompass Argentinien.

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