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Bauweise Brasilien

So wird in Brasilien gebaut

Betonskelett mit Ziegel- oder Blockausfachung, verputzt. Die Bauweise ist regional, das Hochhaus ist die Regel - und die Fassadenplatte, die abfällt, der bekannteste Schaden.

Tragwerk
Stahlbetonskelett
Wand
Ziegelblock 140, verputzt
Dach
Flachdach oder Ziegel
Klimafall
tropisch bis subtropisch

Der Wandaufbau im Schnitt

Waagrecht ist die Wanddicke, und die ist maßstäblich - die Maßkette unter jedem Schnitt nennt jede Schicht in Millimetern. Senkrecht ist nur ein Ausschnitt der Wandlänge, dort wird nichts gemessen. Die Dicken sind der Regelfall, nicht das Gesetz: am konkreten Objekt zählt, was in der Baubeschreibung steht. Die Zahlen in Korall sind die Stellen, an denen es erfahrungsgemäß schiefgeht.

Zwei Schnitte, weil es im Skelettbau zwei Wände gibt, die gleich aussehen und sich völlig unterschiedlich verhalten. Links die Regel: Ausfachung zwischen den Stützen. Rechts dieselbe Wand dort, wo eine Stütze oder ein Ringbalken steht. Die Wandstärke ändert sich dabei nicht - Putz und Dämmung laufen durch, nur in der tragenden Ebene steht Beton statt Ziegel. Genau deshalb sieht man den Unterschied an der fertigen Fassade nicht, und genau deshalb liegen die Schäden fast immer auf dieser Linie.

RegelquerschnittAUSSENINNEN1232514015180 mmIm Stützenbereich (Stütze 250 mm breit)AUSSENINNEN4562525015290 mm2AM BAUWERK1Die Fassadenfliese3Die Klimaanlage4Salz und Bewehrung
Regelquerschnitt
  1. 1Reboco 25 mm
  2. 2Ziegelblock 140 mm
  3. 3Innenputz 15 mm
gesamt 180 mm
Im Stützenbereich
  1. 4Reboco 25 mm
  2. 5Stahlbeton, steht innen vor 250 mm
  3. 6Innenputz 15 mm
gesamt 290 mm

Regelfall-Annahme aus Baupraxis, nicht belegt. Bloco cerâmico 14x19x29 nach PBQP-H-Datenblatt existiert, war nicht abrufbar; Aufbau als Praxisannahme. Bauweise-Familie: Stahlbetonskelett mit Block- oder Ziegelausfachung, tropisch feucht.

Wo es schiefgeht

1

Die Fassadenfliese, die fällt

Hochhausfassaden sind gefliest. Nach zwanzig Jahren Sonne und Regen lösen sich Platten - ein Haftungsthema für die ganze Eigentümergemeinschaft.

Woran man es sieht. Hohle Klopfstellen, Netze an der Fassade, Fliesen auf dem Gehsteig.
2

Die einschalige Wand im Schlagregen

Eine 15er Blockwand mit Putz hält Regen nur, solange der Putz dicht ist. Der erste Riss - und er kommt, an der Stütze, am Sturz, an der Decke - ist der Weg für Wasser. In Monsunlagen steht die Wand dann wochenlang nass.

Woran man es sieht. Feuchteflecken innen nach der Regenzeit, zuerst unter Fenstern und an Stützenkanten, Salzausblühungen außen.
3

Die Klimaanlage, die die Wand nass macht

Gekühlt wird auf 22 Grad, draußen sind es 32 bei 85 Prozent Luftfeuchte. Die warme, feuchte Luft kondensiert an jeder kalten Innenfläche - hinter Schränken, in Ecken, hinter dem Innengerät. Die Dampfrichtung ist die umgekehrte von Mitteleuropa: von außen nach innen.

Woran man es sieht. Schwarzer Schimmel hinter dem Innengerät und in der oberen Raumecke der Außenwand, Tropfwasser an der Leitungsdurchführung.
4

Salz und Bewehrung

An der Küste bringt der Wind Salz in den Beton. Die Bewehrung rostet, das Rostvolumen sprengt die Deckschicht. Betroffen sind zuerst Bauteile mit geringer Betondeckung: Balkonplatten, Brüstungen, Stützenkanten.

Woran man es sieht. Abplatzungen mit sichtbarem braunem Stahl, Rostfahnen an Untersichten.

Von der Baustelle

Die Ausfachung wird oben mit Mörtel an die Decke gepresst. Der Zwang reißt die Wand nach dem ersten Jahr.
Blöcke werden oft hohl verlegt, ohne Füllung an Stürzen und Ecken. Was tragen soll, trägt dann nicht.
Die Dachentwässerung ist fast immer unterdimensioniert. Ein Starkregen zeigt, wo das Wasser wirklich hingeht.

Das ist die Regel. Dein Objekt ist der Einzelfall.

Was hier steht, gilt für die Bauweise, nicht für ein bestimmtes Haus. Ob dein Objekt diese Schwächen hat, zeigen Fotos, Pläne und die Baubeschreibung. Die Rechtslage in Brasilien - Eigentum, Register, Anzahlung - steht im Länderkompass Brasilien.

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